Sonntag, 2. November 2008

Die neuen I.T.-Girls: Cory & Gala



Nicole, Sienna und Co. waren gestern. Denn die neuen Mädchen der Stunde und Stilvorbilder der Szene kommen von nun an aus dem Web. Entweder wurden sie durch ihren eigenen Blog berühmt oder wurden von Bloggern entdeckt. Wie die Kalifornierin Cory Kennedy und ihr europäisches Gegen-stück, die in London lebende Spanierin Gala Gonzales. Ihr Kleidungsstil und ihre Persönlich-keiten könnten unterschiedlicher nicht sein, doch beide haben es geschafft, auch außerhalb des Netzes als It-Girls gefeiert und für ihre Outfits verehrt zu werden.



Ein Mädchen mit zotteligen braunen Haaren steht in der Mitte des pompösen El Rey Theatre in LA. Noch ahnt niemand in dem gefüllten Konzertsaal, dass dieser Abend der Beginn einer großen Karriere sein würde. Die mittlerweile aufgelöste Punkrock Band Blood Brothers beginnt die Bühne zu rocken. Die Menge tobt.
Mark Hunter, ein damals noch unbekannter Hobby- und Partyfotograf, betritt den Saal, um für seinen Party-Blog The Cobrasnake Fotos von den feierwütigen Fans zu knipsen. Plötzlich entdeckt er das Mädchen mit den verwuschelten Haaren. Sie trägt ein quietschgelbes Minikleid von Lacoste, schwarze Stulpen un
d Chucks mit Löchern. Er ist fasziniert. Nur kann er nicht sagen, von was. Ist es ihr eigenwilliger Look? Ihre unschuldige Ausstrahlung? Fest steht, sie hat etwas. Er spricht sie an, macht ein paar Fotos von ihr. Sie tauschen Telefonnummern aus.


Das war im Sommer 2005 und der Durchbruch für die damals erst 15jährige Cory Kennedy. Kurz darauf begann Cory ein Praktikum bei The Cobrasnake und wurde zur Muse des Partyfotografs. Mark Hunter zeigte auf seiner Seite von nun an regelmäßig Bilder von der jungen Cory. Man sah Cory beim Eisessen, Cory beim Tanzen, Cory beim Rauchen und Cory beim Knutschen. Bei jedem weiteren Bild von dem Mädchen erhöhte sich die Besucherzahl von Hunters Blog stetig. Die einen empörten sich über ihr zartes Alter und über ihr freizügiges und schamloses Partyleben, andere wie Mark Hunter waren begeistert von ihrem ungekünstelten Äußeren, das so gar nicht in das kalifonische Schönheitsideal passte. Die Leute konnten nicht genug von ihr bekommen.

Hunter
witterte das Vermarktungspotenzial des Mädchens. „Sie ist das Sprachrohr unserer Generation“, sagt er. Ein Mädchen mit Augenringen, mit schläfrigem Blick und Outfits, die so fehlkombiniert aussehen, dass sie schon wieder cool sind, wurde zum Internet-Star und It-Girl der Blogosphäre.
Es dauerte nicht lange, bis auch die „alten Medien“ auf sie aufmerksam wurden. Erst buchte das US-Magazin Nylon sie für ein Fotoshooting zum Thema „Real Fashion People“ und wenig später zierte sie sogar dessen Cover der Oktoberausgabe 2007 mit dem Titel „The It Girl Issue“.
Von nun an war es offiziell: Cory ist mit ihrem „Burrrgh“-Look, wie sie ihn selbst beschreibt, zu einem Stilvorbild vieler junger Mädchen geworden. Seither blickte sie von unzähligen Magazin-Covers von Japan, Frankreich bis London und wurde sogar in Artikeln der New York Times und LA Weekly erwähnt. Schließlich startete sie einen eigenen Blog, in dem sie seither ihre Fangemeinde auf dem Laufenden hält.


Der Designer Jeremy Scott ließ sich von ihr inspirieren und buchte sie als Model für seine Kampagne. Das Label Ksubi brachte ein T-Shirt, bedruckt mit einem gemeinsamen Foto von Cory und Paris Hilton, auf den Markt. Dabei durchzieht ein schwarzer Balken Paris Augen und über dem Bild steht „VAGUE“ in der Schrift der Modebibel „Vogue“. Das Shirt kostete 119 Dollar und war innerhalb eines Monats ausverkauft.


Doch im vergangen Jahr wurde es ruhiger um Cory. Es gab keine Fotos
mehr von ihr, keine neuen Blog-Einträge. Aufgrund der vielen Reisen und exzessiven Partynächte, für die sie mittlerweile bezahlt wird und mit Leuten, wie Lindsay Lohan, den Olsen-Zwillingen und dem Designer Henry Holland verbringt, hat ihre schulische Laufbahn stark gelitten. Cory’s Eltern bemerkten den Hype um ihre Tochter erst sehr spät. Als ihnen das Ausmaß bewusst wurde, schickten sie Cory auf ein Internat - ohne Telefonanschluss und ohne Computer.

Die ersten Stimmen wurden laut, dass die Karriere der Cory Kennedy ihr Ende gefunden habe. Viele nahmen das sehr positiv zur Kenntnis - sei Cory doch nur ein durchschnittlicher Teenager, ohne Geschmack und ohne jegliches Talent. Da haben sie wohl nicht ganz Unrecht. „Sie sieht nicht aus wie ein Model, kann nicht singen und meines Wissens auch nicht schauspielern“, bestätigt auch ihr Entdecker Mark Hunter. „Aber sie hat das gewisse Etwas“. Das ist es schließlich, was ein It-Girl ausmacht. Nicht ihr schauspielerisches Können oder die perfekten Modelmaße sind entscheidend, sondern der gewisse X-Faktor.

Die Spanierin Gala Gonzales, ein weiteres I.T.-Girl aus der Blogosphäre, zeigt, dass Talent und die richtigen Maße, aber keinesfalls von Nachteil sind.
„Cory Kennedy? Die kann doch nichts und sieht nach nichts aus. Die hat doch nicht mal einen Job, geschweige denn Ziele“, schimpft die Bloggerin. Während sie Cory für ein Marketingprodukt hält, hat die Modedesign-Studentin ihren Blog eigentlich nur zum Spaß gestartet. Nicht um berühmt zu werden, sondern um ihre Freunde auf dem Laufenden zu halten.
Doch ihr Kleidungsstil beeindruckte und inspirierte so sehr, dass daraus ein Selbstläufer wurde.

Gala hat braunes rapunzellanges, glänzendes Haar, das schon viele Bloggerinnen zum Schwärmen brachte. Doch es gibt noch viel mehr Gründe, warum Gala Gonzales absolut begehrenswert ist: angefangen bei ihren dunklen Rehaugen, ihrem markanten, ausdrucksstarken Gesicht, bis zu ihren hohen Wangenknochen und ihren zierlichen Beinen, die scheinbar bis zum Himmel reichen. „Jesus, girl. Do you thank your momma and pops for you legs every day?“ kommentiert die Blog-Userin Connie eines ihrer Fotos. Klingt sehr perfekt, aber ist bei weitem nicht zu perfekt.
Denn da ist noch dieser unglaublich erfrischende Kleidungsstil. Sie mixt Designerklamotten wie Chanel, Ferragamo und Marc Jacobs mit Billigmarken wie Topshop, Asos und Vintage-Kleidern. Das wilde Mixen von Stilen und Labels ist freilich nichts Neues. Doch das Besondere ist ihr Hang zur Ironie, ohne dabei verkleidet oder albern auszusehen.

Sie trägt einen ausgestellten Taillenrock, dazu einen braunen Vintage Ledergürtel und ein abgeschnittenes, bauchfreies T-Shirt. Richtig gelesen, bauchfrei! Was in den 90er Jahren jeder trug, leider auch die, die es aus anatomischen Gründen lieber hätten sein lassen, war seither verpönt, wie die Dauerwelle der 80er Jahre. Sieht man sich Gala an, kommt man unweigerlich ins Grübeln, ob das abgeschnittene Shirt der 6. Klasse nicht doch wieder seine Berechtigung habe.
Dazu kombiniert sie dann auch noch, wie selbstverständlich, braune Pennyloafers, als wären sie nie aus der Mode gewesen, zusammen mit schwarzen Söckchen.

Zugegeben, mit großer Wahrscheinlichkeit würde nicht jeder von uns in diesem Outfit annähernd so strahlend und selbstsicher aussehen. Aber es ist eben auch Galas Stil. Und obwohl dieser nichts mit Corys „Trash“-Look zu tun hat, bescheinigt man auch der 22-jährigen Gala das gewisse Etwas. Ohnehin findet sie den Style von Cory recht langweilig, schließlich sei „Trash nicht für immer“ - vor allem in der kurzlebigen Welt der Mode.

Doch Gala hat, anders als so manches It-Girl, auch neben ihrem begehrten Look einiges auf dem Kasten. Sie studiert Mode-Design an der University of Arts in London, ist nebenher als Stylistin für verschiedene Magazine tätig und ist die Kreativdirektorin für das Label Adolfo Dominguez. Sie gibt Interviews für andere internationale Modeblogs, die allesamt von ihrem Look schwärmen. Sie ist das Objekt der Begierde für viele Londoner Streetblogger und ihre Fotos werden immer häufiger in Magazinen gedruckt, und sie selbst als Model gebucht. Doch trotz des ganzen Trubels, hat sie ihre Ziele nie aus den Augen verloren. „Ich liebe es, mich und andere zu stylen und Designer-Kleidung mit dem Straßen-Look Londons zu kombinieren. Das habe ich zu meinem Job gemacht und das will ich in Zukunft auch ausbauen“, verrät sie in einem Interview mit dirrtyglam.com. Und ihr Blog dient dabei als Sprungbrett.


Die berüchtigten 15 Minuten Ruhm kann man durch das World Wide Web schneller und leichter erreichen als je zuvor. Und manchmal dauert der Ruhm sogar an. Das Internet hat es ein Mal mehr möglich gemacht: dank einiger hochgeladener Fotos, wurde eine steile Karriere ins Rollen gebracht. Obwohl der Hype ein wenig abgeflacht ist, berichtet die bereits abgeschriebene Cory momentan von den internationalen Modewochen für Nylon TV. Zusammen mit Berufstochter Peaches Geldof sitzt sie in der „First Row“ und interviewt Größen wie Vivienne Westwood und Erin Wasson. Und einen Modelvertrag hat das Anti-Model nun auch.

Aber Achtung, die nächsten I.T.-Girls stehen bereits in den Startlöchern.



Bilder über: www.am-lul.blogspot.com, www.thisiscorykennedy.com, www.thecobrasnake.com



Freitag, 31. Oktober 2008

Interview mit Lea Loves: "Ich bin schon leicht paranoid"



Die 22jährige Münchenerin Lea Rieck blogt seit einem halben Jahr. Auf lealoves.blogspot.com teilt sie seither ihre Inspirationen und Gedanken, ihr Wissen über Mode und Kunst und ihren persönlichen Stil mit einer Vielzahl von Lesern. Sie berichtet von den aktuellsten Kollektionen, von neuen Designern und aufregenden Ausstellungen. Sie fotografiert sich selbst und ihren Look und wird so selbst zum Impuls für viele ihrer Blog-Besucher. Schon jetzt ist sie eine gefragte Größe unter den deutschen Modebloggern. Die WELT zählt sie sogar zu den wichtigsten 20 Modebloggern Deutschlands. Doch in unserem Gespräch in ihrer gemütlichen Schwabinger Einzimmerwohnung erklärt sie mir, warum sie mit dem WELT-Artikel so gar nicht einverstanden ist, welche Möglichkeiten das Bloggen bietet und auch wo sie Grenzen und eventuelle Gefahren sieht.


Lea, in deinem Blog stellst du oft deine eigene Person in den Mittelpunkt. Du sprichst über Dinge, die dich inspirieren und dir gefallen. Das ist ja schon recht privat und intim. Wo setzt du die Grenzen?
Eigentlich gebe ich nichts wirklich Intimes von mir preis. Ich erzähle und zeige meinen Lesern zum Beispiel, was ic
h mir bei H&M gekauft habe, oder dass ich einen neuen tollen Shop entdeckt habe. Das Thema beschränkt sich immer auf Mode. Ich erzähle nicht, dass meine Katze krank ist, oder zeige Fotos von meinem Zimmer, mit Außnahme meiner weißen Wand. Es reicht, dass ich mich den Leuten zeige, dass sie wissen, wie ich aussehe und das ist auch die Grenze. Ich zeige den Leuten praktisch das, was sie auch auf der Straße von mir sehen würden.


Erkennen dich Leute mittlerweile auf der Straße?
Ja, das ist mir lustigerweise schon drei Mal passiert. Ich bin deswegen auch schon leicht paranoid. Jedes mal wenn mich eine Person länger ansieht, denke ich gleich: „der erkennt mich“. Dadurch, dass ich mich in meinem Blog zeige, kann ma
n leicht den Eindruck gewinnen, dass ich eine Person bin, die gerne im Mittelpunkt steht. Was eigentlich überhaupt nicht so ist. Mir ist das eher unangenehm.


Aber damit muss man wahrscheinlich rechnen, wenn man sich der Öffentlichkeit zeigt. Welche Erfahrungen hast du bislang mit deinen Lesern gemacht?
Bislang habe ich nur positive Erfahrungen gemacht. Darüber w
undere ich mich selbst. Bei manchen Blogs geht es richtig heftig ab. Da werden Blogger beschimpft und bombardiert mit fiesen Kommentaren, die wirklich unter die Gürtellinie gehen. Wenn Leser sagen würden „die Klamotte gefällt mir nicht“ ist das vollkommen legitim. Aber da kommen Sprüche wie „Du hast ja voll dicke Beine, zieh dich lieber wieder an“. Bei mir war das aber zum Glück noch kein Problem.


Wie reagieren die Blogger, die regelmäßig mit unqualifizierten Kommentaren überhäuft werden? Stehen die einfach drüber?
Das wäre wohl das Beste. Doch leider funktionie
rt das nicht immer. Vor allem, wenn Blogger zu jung sind. Es gibt viele Mädchen, die mit 12 oder 13 Jahren schon täglich bloggen und sich einer Vielzahl von Menschen zeigen. Zum einen finde ich es bedenklich, wenn sich so junge Mädchen, mit kurzen Röcken und gestylt wie Erwachsene, der Öffentlichkeit präsentieren. Zum anderen denke ich, dass sie die Situation und die Folgen noch nicht richtig einschätzen können. Sie haben noch nicht das Selbstbewusstsein, bei negativen Kommentaren einfach drüber zu stehen. Ich hätte das in dem Alter jedenfalls noch nicht gekonnt.


Kennst du diesbezüglich konkrete Fälle, bei denen junge Blogger mit der Reaktion der Leser nicht umgehen konnten?
Beispielsweise gab es schon Fälle, in denen sich junge Bloggerinnen nach fiesen Kommentaren bezüglich ihrer Figur, heruntergehungert haben, bis ihr Körper nur no
ch aus Haut und Knochen bestand. Das finde ich schon sehr bedenklich und gefährlich.


Sollte Bloggen etwa erst ab 18 erlaubt werden?
Nein. Das ginge zu weit. Ich denke, da sind die Eltern gefragt. Die sollten ein Auge darauf haben, was ihre Kinder im Internet treiben und gegebenenfalls einschreiten.



Was waren deine Beweggründe einen Blog zu starten?
Ich lese schon seit langer Zeit Modeblogs. Vor allem von den schwedischen Blogs war ich fasziniert. Irgendwann dachte ich mir, was die Mädchen können, kann ich auch. Bis dahin wusste ich gar nicht, dass es auch in Deutschland eine ansehnliche Blog-Community gibt. Das habe ich erst gemerkt, als ich dann im März mit meinem Blog angefangen habe.



Alle schwärmen momentan von den gut gekleideten Schweden und ihrem außergewöhnlichen Look. Haben die ein Mode-Gen, das uns Deutschen einfach fehlt?
In Schweden hat Mode in der Gesamtbevölkerung einen viel höheren Stellenwert, als in Deutschland. In Deutschland ist Mode immer noch etwas total Oberflächiges. In Schweden wird Mode als ein Kulturgut angesehen.



Es ist schon erstaunlich, wie erfolgreich dein Blog bereits ist. Immerhin gibt es ihn gerade mal sechs Monate. Die WELT veröffentlichte kürzlich eine Liste der 20 wichtigsten Modeblogs Deutschlands, zu der auch deiner zählt. Jetzt würde ich dir gerne gratulieren. Allerdings habe ich gehört, dass du mit der Liste nicht so ganz einverstanden bist. Was kritisierst du an der Liste?
Das war so: Die Macher der Seite Styleranking.com haben verschiedene Interviews mit Modebloggern geführt. Dann haben sie eine Pressemitteilung an einige Medien versendet mit dem Titel „Interviews mit 20 deutschen Modebloggern“.
Irgendein Trottel-Redakteur der WELT hat den Text dann eins zu eins übernommen und daraus einfach die Liste der „wichtigsten Modeblogs Deutschlands“ gemacht. Das Ganze ist also total verfälscht. Dadurch fehlen auch viele Blogs. Zum Beispiel Lesmads gehören definitiv zu den wichtigsten Modeblogs in Deutschland. Auch wenn sie mittlerweile von Burda gesponsert werden, haben sie ihre Berechtigung und fehlen eindeutig auf der Liste.


Apropos Lesmads und Burd
a. Was hältst du von der Zusammenarbeit?
Schwierig. Ich möchte dazu auch nicht all so viel sagen. Es ist natürlich t
oll für die Mädels (Anm.: Julia und Jessie, die Bloggerinnen von lesmads.de). Und es freut mich auch, dass ein großer Verlag auf das Bloggertum aufmerksam geworden ist. Allerdings soll anfangs nicht mal im Impressum zu erkennen gewesen sein, dass der Blog von Burda unterstützt wird, was erst sehr viel später bekannt wurde. Das wurde von vielen anderen Bloggern stark kritisiert. Aber an sich finde ich es eine gute Sache.


Es ist wahrscheinlich auch verständlich, dass Blogge
r, die sehr viel Zeit in ihren Blog investieren, versuchen, davon leben zu können. Deswegen schalten einige auf ihren Blogs Anzeigen. Hast du schon Anfragen von Unternehmen bekommen, eine Anzeige auf deiner Seite zu schalten?
Ja, schon ganz viele. Aber bislang war noch nichts dabei, mitdem ich mich identifizieren konnte. Ich habe einfach keine Lust etwas auf meiner Seite zu haben, was ich selber nicht gut finde. Außerdem kommt bei dieser Werbegeschichte zu wenig Geld bei rum, für das es sich lohnen wü
rde.


Wenn es nach den PR-Leuten ginge, sollen Blogger die neuen
Meinungsmacher sein. Hat man dir schon mal PR-Geschenke gemacht, in der Hoffnung auf eine Veröffentlichung in deinem Blog?
Ja, das passiert immer häufiger. Vor kurzem hat ein Label bei mir angefragt, die ihre Kollektion gerade bei Collette ausstellen, ob sie mir ein paar T-Shirts zuschicken dürften. Im Gegenzug hätte ich sie natürlich tragen und für meinen Blog fotografieren sollen. Aber die Shirts waren nicht mein Ding. Die Sachen müssten mir schon richtig gut gefallen, ehe ich das machen würde. Aber was natürlich toll ist, dass ich mittlerweile regelmäßig Pressemitteilungen bekomme und auch zu Presseterminen und Veranstaltungen eingeladen werde.


Nun gibt es ja auch eine große Diskussion zwischen Journalisten und Bloggern, denn nicht alle wollen Blogs als eines der neuen Medien anerkennen. Andere gehen soweit, dass sie sagen, Modeblogs würden Modemagazine immer überflüssiger machen. Was ist deine Meinung dazu?
Ich bin überzeugt, dass sowohl Blogs als auch Modemagazine ihre Berechtigung haben. Viele sagen, Modemagazine gehen wegen der Blogs immer mehr den Bach runter. Aber ich finde man kann die zwei Medien gar nicht miteinander vergleichen. Blogs haben in den seltensten Fällen schöne Modebilder oder lange Texte. Das machen immer noch die Magazine. Blogs posten eher Kurzmitteilungen, die nicht so ausgearbeitet sind wie in den Printmedien, weil man dafür als Blogger gar nicht die Zeit hat, man kein ausgebildeter Reda
kteur ist und auch nicht dafür bezahlt wird. Aber natürlich können Blogs sehr viel schneller Trends auffassen, als das Modemagazine können. Designer haben sich schon immer von dem Stil der Straße beeinflussen lassen. Früher gab es halt nur Trendscouts, die sich auf den Straßen nach neuen Trends umsahen. Durch Seiten wie The Facehunter und The Sartorialist wurde dieses System nur erweitert, in dem jeder, der Lust hat, mitmachen kann.


Das heißt, Blogs und Magazine sind weniger Konkurrenten, als viel mehr eine Ergänzung? Sie könnten sich durchaus gut ergänzen. Allerdings kommt immer wieder die Missgunst der Journalisten zum Vorschein. Man muss sich nur mal den Spiegel-Artikel
durchlesen, dann kommt man als Blogger schon ein bisschen ins Grübeln. Schließlich arbeiten viele Blogger später auch für Magazine. Zum Beispiel Mahret von F&Art (www.fartguide.blogspot.com) schreibt mittlerweile auch für das Indie Magazin. Daher finde ich es recht komisch, dass Printmedien nur auf Bloggern rumhacken, da es im Prinzip ihre eigene Mannschaft ist.


Was macht deiner Ansicht nach einen erfolgreichen Blog aus?

Ich finde Blogs am besten, die eine gute Mischung aufweisen, also die informativ, inspirierend, unterhaltend sind, aber auch diejenigen zeigen
, die hinter den Blogs stecken. Denn gerade das ist eine Blog-typische Sache. Um erfolgreich zu sein, muss man mit dem Bloggen natürlich auch am Ball bleiben und regelmäßig posten, sonst geht die Aufmerksamkeit ganz schnell verloren. Es reicht nicht, wenn man nur alle zwei Wochen etwas schreibt.


Was sind deine liebsten Blogs?
Meine Favoriten sind: lesmads, pudri, lalila, f&art, bees & baloons und what’s wrong with the zoo. Von den schwedischen Blogs habe ich mich mittlerweile übrigens gelöst. Da sieht man seit geraumer Zeit nur noch die gleiche
n Looks, das ist mir alles zu langweilig und zu uniformiert geworden.


Wie sehen deine Zukunftspläne aus?
Ich habe mich gerade erst an der Uni für Kunstgeschichte eingeschrieben. Später würde ich gerne schreiben. Allerdings weiß ich noch nicht, ob es dann auch um Mode gehen wird. Ich bin mir nicht sicher, ob mir das nicht zu langweilig und einseitig wäre. Ich habe es schon gemerkt, als ich mit anderen deutschen Bloggerinnen in Kopenhagen auf der Fashion Week war. Nach drei Tagen nur Mode musste ich mich erstmal von dem ganzen Zirkus wieder erholen.



Irgendwelche speziellen Wünsche für deinen Blog?
Der soll erst mal so bleiben, wie er ist. Ich mache einfach so weiter und gucke, was passiert. Ich werde auch versuchen während meines Studiums regelmäßig zu schreiben. Meines Erachtens sind Blogs eine tolle Visitenkarte. Ich habe durch mein Blog bereits so viele Leute kennengelernt, so viele Kontakte knüpfen können, die mir schon einige Türen geöffnet haben. Ich finde man zeigt damit auch, dass man sich engagiert und seine Freizeit mit etwas Sinnvollem nutzt. Außerdem macht es mir unglaublich viel Spaß.


Dann wünsche ich dir weiterhin so viel Spaß und Erfolg mit deinem Blog und bedanke mich für das nette Gespräch.


Alle Bilder über www.lealoves.blogspot.com




Dieser Fashion Blog will DICH...

Achtung: Dieser Fashion Blog ist anders!!

Style Connection ist ein Blog, der dich inspiriert, umfassend informiert und wenn du Lust hast sogar involviert.

Alle Texte, die du in diesem Blog finden wirst, sind journalistisch ausgearbeitet und unterliegen einer tiefgreifenden Recherche. Du wirst nicht nur subjektive Meinungsäußerungen von mir lesen können, sondern unterschiedlichste Darstellungsformen wie Interviews, Portraits, Reportagen, Stilkritiken und Trendanalysen. Wie weit du in die Texte "eintauchen" willst, bleibt dir überlassen.

Natürlich nimmt die Mode einen besonderen Stellenwert in diesem Blog ein. Du wirst Streetstyles vorfinden, die ich immer zu einem speziellen Trend oder Thema für dich zusammenstellen werde. Außerdem wird dies der erste deutsche Modeblog sein, in dem es eigens produzierte Modestrecken zu sehen sein gibt.
Und jetzt kommst DU ins Spiel: Wenn du angehende/r Fotograf, Hair&Makeup Artist, Jungdesigner oder Model bist und du Lust hast an der Produktion von Modestrecken mitzuwirken, sollst du hier die Möglichkeit bekommen, dein Können und deine Kreativität unter Beweis zu stellen. Einmal im Monat werde ich einen Newsletter versenden, der über das Konzept und die Anforderungen der jeweiligen Strecke informiert. Wenn du diesen monatlichen Newsletter erhalten willst, dann schreibe mir eine Email zusammen mit einem kurzen Steckbrief und du wirst in den Verteiler aufgenommen. Wenn du ein Mitwirkender einer Modestrecke warst, wird natürlich auch dein Name und deine Kontaktdaten im Blog veröffentlicht.

Genug nun von dem Drum-Rum-Gerede. Jetzt geht's los...